April 3, 2021

Interview auf gnulinux.ch

Ich wurde zum Thema Kraft von den sehr aktiven und sachkundigen Aktiven hinter https://gnulinux.ch/ kontaktiert und interviewt. Es war ein sehr angenehmes und ausführliches Gespräch zur Geschichte, dem Hintergrund und der Entwicklung von Kraft.

Das vollständige Interview ist im Podcast GLN009 erschienen. Wer vorspulen möchte: Es startet etwa bei 1:20h, aber auch die anderen Themen lohnen sich 🙂

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Februar 27, 2021

Kraft Version 0.96

Ich freue mich, heute das Release Version 0.96 von Kraft herauszugeben. Die neue Version kann über die Homepage heruntergeladen werden.

Kraft 0.96 ist ein Bugfix Release, das einige kleine Fehler der Version 0.95 behebt. Insbesondere betrifft das das in 0.95 eingeführte neue PDF-Rendering mit Weasyprint.

Es gibt auch ein paar kleine neue Funktionen: Im Dokument Editor kann per Hinzufügen-Knopf nun auch eine neue Posten-Vorlage hinzugefügt werden. Außerdem werden in Folgedokumenten die im Vorgängerdokument eingetragenen Kopf- und Fußtexte kopiert, wenn die Standard-Texte für den neuen Dokumenttyp nicht gesetzt sind. Wichtig dabei: Kraft verwendet den Kopftext mit dem Namen „Standard“ als Standardtext, ebenso bei Fußtexten.

Weiterhin viel Erfolg mit Kraft!

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November 1, 2020

Kraft Dokumente mit Weasyprint gestalten

Um es deutlicher zu machen, wie mit dem neuen PDF Konverter, der in Kraft Version 0.95 eingeführt wurde, Dokumente gestaltet werden können habe ich ein neues Beispiel-Template in das Kraft Repository gestellt.

Mit diesem Template werden die Posten auf dem PDF in zwei Zeilen ausgegeben: In der ersten Zeile steht der Text, und darunter werden in einer separaten Zeile die Menge, der Einzelpreis und der Gesamtpreis des Posten gedruckt:

Firmen Logo

Außerdem hat das Dokument ein Bild als Firmen-Logo auf der ersten Seite.

Das Template besteht wie die meisten aus zwei Dateien: Das eigentliche Template File (kraft_kfg.gtmpl) und das dazugehörige stylesheet file (kraft_kfg.css).

Um sie zu verwenden, müssen beide Files heruntergeladen werden und im Kraft Einstellungsdialog bei den Dokument Typen das gtmpl File ausgewählt werden. Zu beachten ist, dass der Link zum css File in dem gtmpl File angepasst wird.

Grob gesagt: In dem template file kraft_kfg.gtmpl wird die Dokument-Struktur in html gesetzt, das heisst die Abfolge von Dokumentkopf mit Adressen, dem Einführungstext etc und dann den Posten und so weiter, festgelegt.

Das Stylesheet-File kraft_kfg.css definiert das Aussehen der einzelnen Elemente.

Eine Überschrift

Als grundsätzliches Beispiel sei hier die folgende Zeile herausgegriffen:

<h1>{{ doc.docType }} {{ doc.ident }}</h1>

Die in den geschweiften Klammern stehenden Texte bezeichnen Template-Variablen, die ersetzt werden: doc.docType ist (genau wie doc.ident) ein Wert des Dokumentes, nämlich dessen Dokument-Typ wie Angebot oder Rechnung. doc.ident ist bezeichnet die Dokumentnummer. Es gibt eine feste Anzahl von solchen Variablen, die durch den Kraft-Code festgelegt sind. Es ist hoffentlich durch ihre Verwendung im Template selbsterklärend, was sie bedeuten.

Die beiden Werte werden innerhalb des html tags h1 gedruckt. Das bezeichnet eine Überschrift ersten Grades (die „oberste“ Überschrift), die üblicherweise etwas größer und fett geschrieben wird.

Wie genau die Überschrift in diesem Fall aussehen soll, wird im Stylesheet festgelegt. Dort ist zu finden:

html h1 {
    color: #2f590a;
    font-family: Roboto;
    font-size: 14pt;
    margin: 0;
}

Das bedeutet, dass die Farbe #2f580a verwendet werden soll, und der Text ohne Rand im Font Roboto in der Größe 14 Punkt geschrieben werden soll.

CSS bietet eine große Menge von Gestaltungsmöglichkeiten. Dazu sei auf die zahlreiche Dokuementation im Internet verwiesen.

Meistens wird CSS zur Gestaltung von Webseiten verwendet. Hier wird jedoch ein Druckbild gestaltet. Das ist durch die Zeile, mit dem die Stylesheet Datei geladen wird, festgelegt. Das Attribut media legt den Stylesheet für print Medium fest.

Wie ist das Logo verwirklicht?

Im Template File ist es nur ein HTML Image Tag, das ein Bild von einer URL lädt. Da kann aber auch eine lokale Datei angegeben werden. Dem img Tag die ID „logo“ zugewiesen wird, das es für das CSS identifizierbar macht.

Das Aussehen ist wieder im CSS File festgelegt:

img#logo {
  position: absolute;
  right: 0px;
  top: -150px;
  width: 178px;
  height: 191px;
  z-index: -1;
}

Etwas besonderes ist hier, das das Bild mit einer absoluten Position gesetzt wird. Die Positionsangaben werden in Pixel angegeben. Das Bild wird direkt an den rechten Rand und 150 px von oben (ein positiver Wert würde vom unteren Papierrand aus zählen) auf die Ausgabe gesetzt.

Ich hoffe, dieses Beispiel erleichtert das Anpassen des Templates an die eigenen Bedürfnisse ein wenig. Am besten geht man dabei schrittweise vor und verändert immer nur ein Detail nach dem anderen.

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August 31, 2020

Kraft Version 0.95 erschienen

Die Kraft Community freut sich, die neue Version 0.95 freizugeben.

Kraft hilft im Büro!

Die neue Version kann über die Homepage heruntergeladen werden.

Weayprint als PDF Rendering Engine

Diese Version bedeutet einen großen Schritt vorwärts für Kraft. Die Art, wie die PDF Dokumente generiert werden, ändert sich grundlegend. Bis jetzt (und seit mehr als 15 Jahren!) hat Kraft ein Script auf Basis der Python Bibliothek ReportLab verwendet, um hochqualitative PDFs zu erzeugen.

Das hat uns weit gebracht, aber es war für Benutzer immer schwierig, das Aussehen der Ausgabedokumente an individuelle Bedürfnisse anzupassen, denn ReportLab benutzt ein XML-basiertes Quell-Format, das schwierig anzupassen ist.

Ab dieser Version wird zusätzlich das Projekt WeasyPrint zur Erzeugung der PDFs unterstützt. Das Prinzip ist das selbe geblieben: In ein Template werden die Dokumentdetails eingefüllt, und das Konvertierungsskript erzeugt daraus PDF. Jedoch verwendet WeasyPrint ein HTML basiertes Quellformat, und da viele ein bisschen HTML beherrschen und es viele Tutorials und Hilfen gibt, wird es sehr viel einfacher sein, die Dokumente anzupassen.

Abgesehen von der einfacheren Benutzung bietet WeasyPrint auch wesentlich mehr Möglichkeiten, die Dokumente zu gestalten. Beispiele dafür sind bessere tabellarische Gestaltung und Web Fonts.

Parallel zur Integration von WeasyPrint wurde auch die Text-Template Bibliothek ausgetauscht: Kraft verwendet jetzt auch Grantlee, den Standard in der KDE/Qt Welt.

Sowohl die ReportLab basierte PDF Erstellung als auch die ctemplate Templates sind in dieser Version von Kraft noch unterstützt, aber langfristig wird Weasyprint bevorzugt werden. Dann werden wir die Unterstützung von ReportLab aufgeben.

Ein neues Benutzerhandbuch

Eine weitere großartige Änderung ist, dass Kraft jetzt mit einem Benutzerhandbuch ausgestattet ist. Das Benutzerhandbuch wurde von einem Community-Mitglied angefangen und wird jetzt nach und nach erweitert und in weitere Sprachen übersetzt werden. Es soll neuen Anwendern helfen, schneller mit Kraft zum Ziel zu kommen.

Das Handbuch erscheint nach dem Klick auf den Eintrag im Hilfe-Menü im Webbrowser, ist aber auch ohne Netzverbindung verfügbar.

Mehr Neuerungen

Wie üblich bringt auch diese Version viele weitere Fixes und Verbesserungen, die im Changelog zu finden sind.

Wir freuen uns sehr über dieses neue Release, das Kraft ein gutes Stück voranbringt. Wie immer an dieser Stelle: Wir freuen uns über jede Art von Hilfe, in Form von Bug Reports und Verbesserungsvorschlägen, aber auch bei der Verbesserung von Code, Übersetzungen oder Dokumentation.

Danke allen, die bisher beigetragen haben!

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Juli 12, 2020

PDF Erstellen mit PDF Quirk

Im Büro gibts öfter den Fall, dass ein Dokument auf Papier eingescannt und versendet werden muss. Das geschieht entweder per Email (so hat man das früher gemacht…) oder besser per ownCloud Dateien teilen Feature. In jedem Fall muss dazu das Papier zuvor gescannt werden, was erstmal ein Bild ergibt. Das wird dann in ein PDF gewandelt, um es verschicken zu können.

Blöd, wenn dann das PDF riesengroß geworden ist, und das Bild trotzdem nur klein drauf ist und dazu noch einen Blaustich hat…

Wie schön wäre doch ein Tool, das dem gestressten Büronauten solcherart Übungen abnimmt und „einfach nur“ einige Seiten in ein PDF scannt?

logo2_200x200Dafür gibt es auf dem Linux Desktop PDF Quirk. Dieses nette kleine Tool übernimmt das Scannen, zeigt die Scanergebnisse dann als als sortierbare Seiten an, und wandelt sie dann in ein ordentliches mehrseitiges PDF. Und das ganz ohne Kommandozeile, sondern schnell und mit maximal einfacher, aber hübscher Oberfläche…

Unter der Haube greift PDF Quirk auf Bewährtes zurück: Anstatt Scannen neu zu erfinden wird auf das Tool scanimage des SANE Projekts zurückgegriffen, das viele Scanner unter Linux unterstützt. Das Scankommando kann an die eigenen Bedürfnisse einfach angepasst werden.

Zur Wandlung in PDF kommt ein ImageMagick Utility zum Einsatz, mit dem aus den gescannten Bildern PDFs erzeugt werden. Die Aufrufe der Tools können natürlich innerhalb von PDF Quirk angepasst werden.

Ich hoffe, Linux mit diesem Werkzeug wieder ein bisschen attraktiver für den Einsatz im Büro von kleinen Unternehmen gemacht zu haben. Kraft ist ja sicher schon bekannt 🙂

Alle weiteren Infos Infos zu Installation und Konfiguration snd auf der PDF Quirk Website zu finden.

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März 26, 2020

ownCloud unterstützt Musikunterricht

Im letzten Beitrag wurde die Idee zu einem auf der verbreiteten privaten Cloud Infrastruktur ownCloud basierenden System zum Unterricht erläutert, wenn die persönliche Begegnung wie zur Zeit nicht möglich ist.

Um das noch etwas zugänglicher zu machen, haben wir ein Video erstellt, das die Interaktion zwischen einer Musiklehrerin und ihrer Schülerin Felizitas beispielhaft zeigt. Dabei werden Videos geteilt, die einen eingeschränkten Lehrbetrieb ermöglichen und die Schülerin bei der Sache hält.

Die beschriebenen Schritte lassen sich ohne weiteres sofort mit jeder ownCloud oder wohl auch Nextcloud durchführen. Dabei können trotz der besonderen Situation Datenschutzaspekte beachtet werden.

Hoffentlich trägt das dazu bei, dass ohne lange Verzögerung das Beste aus der Situation gemacht werden kann.

März 22, 2020

eLearning mit Feedback

Lange wurde über eLearning diskutiert, aber wenig gemacht. Jetzt, zu Zeiten der Corona Krise, brauchen wir dringend eine Lösung.

Dieser Blog soll zeigen, was diesbezüglich mit einer normalen ownCloud Installation zu erreichen ist, ohne dass langes Kennenlernen der Plattform für alle Beteiligten nötig ist.

Es wird eine wirklich einfache Variante gezeigt, die schnell an den Start gebracht werden kann, mit der aber schon erstaunlich viel möglich ist.

Das interessante ist, dass nicht nur Inhalte zur Verfügung gestellt werden können (das ist, was auf Youtube passiert), sondern dass es zusätzlich einen Weg für Schüler gibt, ihre Ergebnisse zur Ansicht und Korrektur zurückzuliefern.

Darüberhinaus gibt es noch eine einfache Dialog-Möglichkeit, um einzelne Dateien zu kommentieren.

Damit besteht eine Feedback Schleife zwischen Schüler und Lehrer, die natürlich nicht an persönlichen Unterricht heranreicht, aber besser als z.B. Mailkommunikation ist.

Dieses System kann nicht nur Schul-Lehrern helfen, sondern auch anderen Berufsgruppen wie Instrumenten-Lehrern oder Physiotherapeuten, die damit den Patienten per Video etwas zeigen und dann Hinweise auf Basis der zurückgeschickten Dateien geben können.

ownCloud als Trainings-Platform

ownCloud ist eine open source Infrastruktur zum Betreiben von sog. privaten Cloud-Speicher, mit denen Daten zwischen Rechnern synchronisiert und mit anderen sehr einfach geteilt werden können.

Mit seinen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit bietet es alles, was für die Aufgabenstellung eines einfachen eTrainings notwendig ist.

Dateien teilen

ownCloud stellt als zentralen Baustein der ganzen Idee das sog. *File Sharing* zur Verfügung. Das bedeutet, dass ein Benutzer in der Cloud einem anderen sehr einfach Zugriff auf seine Dateien geben kann, ohne die zu kopieren oder hin- und herzuschicken.

sharing

Frau Teacher teilt ein Verzeichnis mit Schülerin Felizitas

Dazu legt der Lehrer in seiner ownCloud für jeden seiner Schüler ein Verzeichnis an, in das Dokumente oder Videos für einen Schüler gespeichert werden. Mittels des *File Sharings* kann der Lehrer dieses Verzeichnis nun per Klick mit dem entsprechenden Schüler teilen. Das bedeutet, dass das Verzeichnis des Lehrers im ownCloud-Zugang des Schülers „auftaucht“.

Der Schüler hat damit Zugriff auf den Inhalt, den der Lehrer für ihn zur Verfügung gestellt hat. Er kann Dokumente herunterladen und zB. Videos ansehen.

Mit ownClouds Fähigkeit, Benutzer in Gruppen zu organisieren, können Inhalte genauso einfach zB. gleich für eine ganze Klasse zur Verfügung gestellt werden. Dazu muss das entsprechende Verzeichnis nicht mit einem individuellen Benutzer wie Felizitas geteilt werden, sondern mit einer Gruppe, in der zum Beispiel alle Geigenschüler zusammengefasst sind.

Feedback

kommentare

Kommentarfunktion

Nun ist es aber auch möglich, dass der Schüler eine Datei in den vom Lehrer geteilten Folder zurücklegt. Das geschieht durch Hochladen einer Datei in das Verzeichnis. Das kann z.B. ein bearbeitetes und gescanntes Papier sein oder auch ein kurzes Video.

Der Lehrer kann nun nachvollziehen, was der Schüler mit den Lerninhalten erreicht hat und seinerseits Feedback geben.

Kommentare

Ein in diesem Zusammenhang nützliches Feature ist die Kommentar-Funktion, die ownCloud auf Datei-Ebene zur Verfügung stellt. Damit können von jedem Benutzer Kommentare zu einer Datei geschrieben werden.

Im Falle der geteilten Inhalte ist dann ein einfacher Dialog um die verschiedenen Dateien leicht möglich.

Ausblick

Dies ist erst der Anfang – ownCloud hat als erfolgreiches open source Projekt noch eine Vielzahl von mehr Möglichkeiten, aber mit diesen wenigen Schritten sollte schon ein rudimentärer eTraining Ablauf möglich sein, der Schüler und Lehrer schnell und relativ unkompliziert wieder zusammenbringt, wenn persönlicher Kontakt nicht möglich ist.

Weitere Features wie File-Tags, Gruppenmanagement, Ablaufdaten etc. können im weiteren Verlauf hinzugenommen werden.

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Januar 29, 2020

Public Money – Public Code

Software wird ein immer wichtigerer Teil unserer Welt. Sie ist kein Luxus mehr, an dem man bewusst teilnehmen oder dem man sich entziehen kann. Vielmehr ist Software mehr und mehr das Rückgrat unserer modernen Gesellschaft.

Daher wird auch in der öffentlichen Verwaltung viel Steuergeld für Software ausgegeben. Steuergeld sollte aber für Leistungen ausgegeben werden, die dauerhaft der Allgemeinheit zur Verfügung steht und nützt.

Genau das hat in der Vergangenheit in Zusammenhang mit Software immer wieder nicht funktioniert, da nicht sichergestellt werden konnte, dass die Software verwendbar bleibt, wenn die Firma dahinter erlischt oder sich vom Projekt zurückzieht. Das entspricht einer Verschwendung von Steuergeld.

Open Source Software kann diese Situation deutlich verbessern.

Dass der Code dabei jederzeit verfügbar bleibt, ist nur ein, wenn auch sehr positiver Aspekt. Ein weiterer ist, dass der Entwicklungsprozess von open Source Software üblicherweise so präzise, standardisiert und modern ist, dass es einfacher möglich ist, sie weiterzuführen, indem damit ein anderer Dienstleister beauftragt wird. Ausserdem ergibt sich durch offene Lizensierung, dass niemand den anderen übervorteilen kann, so dass gemeinsame Entwicklung risikoloser ist. All das kommt der Allgemeinheit zugute.

Konsequent gedacht führt das zu der Forderung, dass öffentliche Gelder nur für open Source Software ausgegeben werden sollte, denn sie steht der Öffentlichkeit sicher dauerhaft zur Verfügung.

Genau dafür setzt sich die Kampagne Public Money for Public Code der Free Software Foundation Europe (FSFE) ein.

Auf ihrer Webseite werden Argumente zusammengefasst und umfassende Informationen gegeben. Es gibt die Möglichkeit, Abgeordneten einen offenen Brief zu senden, um politischen Druck aufzubauen.

Januar 3, 2020

Kraft Version 0.90

Zum Jahresabschluss 2019 wurde noch die neue Kraft Version 0.90 herausgegeben.

Das wichtigste neue Feature ist die Überarbeitung der Folgedokumente. Als Folgedokumente werden Dokumente bezeichnet, die bei der Abwicklung von Aufträgen aufeinander folgen, zum Beispiel eine Rechnung, die auf ein Angebot folgt.

In Kraft gibt es Unterstützung dafür: Anstatt die Rechnung, die auf das Angebot folgen soll, ganz neu anzulegen, kann das Angebot selektiert werden und im Menü der Punkt Nachfolgedokument erzeugen ausgewählt werden. In dem darauf folgenden Dialog kann in der neuen Version ausgewählt werden, ob und aus welchem Quelldokument die Posten in die Rechnung kopiert werden sollen. kraft_folgedok

Wenn zb. eine Abschlagsrechnung als erstes Folgedokument des Angebotes angelegt wurde, möchte man nicht deren Posten, sondern die des Angebotes kopieren.

Ebenfalls neu ist die Unterstützung von Abschlagsrechnungen. Wenn eine als Folgedokument gestellt wurde, wird der Schlussrechnung automatisch ein Posten eingefügt, der die Summe der Abschlagsrechnung abzieht. Er kann dort angepasst werden.

Weitere Änderungen sind eine weiter vereinfachte Benutzeroberfläche, um die Arbeit mit Kraft noch einfacher zu machen. Die Übersetzung der Dokument-Vorlagen wurde vereinfacht und die Vorlagen wurden in Details verbessert. Daneben gibt es viele andere kleine sichtbare und unsichtbare Verbesserungen.

Nicht unerwähnt sollen Beiträge aus der Kraft-Community bleiben: Es wurde eine komplette Übersetzung der Software ins Niederländische beigetragen und ein neuer Dokument-Typ Angebot ohne Preise hinzugefügt, der von der Community vorgeschlagen wurde. Dafür besten Dank, davon lebt Kraft!

Viel Erfolg mit Kraft in 2020!

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Januar 3, 2019

Threema Safe und ownCloud

Wer ownCloud verwendet hat sich sicherlich auch schon über einen sicheren Messenger Gedanken gemacht und ist dabei bei Threema gelandet, einem sehr fortgeschrittenen, vor allem sicheren Messenger Programm. Es ist sicher eine sehr gute Wahl gegenüber Anbietern mit zweifelhafter Privacy-Strategie wie WhatsApp.

Seit einigen Wochen bietet Threema ein weiteres interessantes Feature mit dem Namen Threema Safe an, das ein automatisches Backup der wichtigen persönlichen ID, die den User in Threema kennzeichnet, und anderer Threema-Daten durchführt. Es kann so eingerichtet werden, dass die Backupdaten verschlüsselt auf der eigenen ownCloud gespeichert werden. Wie das eingerichtet werden kann, wird hier beschrieben.

Ordner zur Speicherung

Als erstes loggt man sich per Web-Browser ein und legt in ownCloud einen Folder an, in dem man das Backup speichern möchte, zb. mit dem Namen threemaBackup. Um ihn für das Backup von Threema vorzubereiten, wechselt man dort hinein und legt einen Folder mit dem Namen backups an. Das ist wichtig, denn wenn der nicht vorhanden ist, funktioniert das Backup nicht, ohne dass eine sinnvolle Fehlermeldung von Threema ausgegeben wird.

Als nächstes wird eine config-Datei angelegt, die von Threema gelesen wird. Dazu wird im Verzeichnis threemaBackup eine Textdatei mit dem Namen config angelegt, die folgenden Inhalt hat:

{
"maxBackupBytes": 524288,
"retentionDays": 180
}

Achtung, alle Klammern, Anführungszeichen und Doppelpunkte sind wichtig!

Public Share

Als nächsten Schritt erzeugt man einen passwortgeschützten sog. Public Share auf das obere Verzeichnis mit dem Namen threemaBackup.

Ein solcher Share sollte für Threema Safe verwendet werden, denn das hat einen entscheidenden Vorteil: Der Zugriff auf ownCloud soll natürlich per Passwort geschützt sein, das Threema naturgemäss zum Zugriff braucht. Es muss also dauerhaft auf dem Handy, auf dem Threema installiert ist, gespeichert werden.

Dafür sollte besser nicht der normale Account des ownCloud Users verwendet werden, denn im Falle eines Verlustes wäre ein Zugriff auf alle Daten des Users in der ownCloud möglich.

Der Public Link mit Passwort hingegen beschränkt den Zugriff im Falle eines Unglücks nur auf das einzelne threemaBackup Verzeichnis, der auch nur verwendet werden kann, wenn gleichzeitig der leicht cryptische Verzeichnisname des public Link bekannt ist.

Öffentlichen Link anlegen

Öffentlichen Link anlegen

Zum Anlegen des Public Share wird im Browser der Ordner threemaBackup selektiert und auf das Teilen-Symbol (1) geklickt. Daraufhin wird auf Öffentliche Links (2) geklickt und dann Öffentlichen Link erstellen (3).

sharedlink_signed

Liste der Public Shares

Der darauf erscheinende Dialog wird ausgefüllt mit einem sinnvollen Passwort und den Zugriffsrechten für Upload und auch Download („Herunterladen / Ansehen / Hochladen“), da Threema ja das config-File lesen muss.

Nach Klicken auf Ok erscheint der Name des neuen Link in einer Liste, und daneben befindet sich unter anderem ein Symbol, das den Link in die Zwischenablage kopiert.

Wenn dieser betätigt wird, erhält man in die Zwischenablage einen Link der Form

https://myowncloudserver.net/index.php/s/uFvHQ4GVjuUv5xd

Den kann man im Browser verwenden, und nach Eingabe des Passwortes Daten hochladen, die dann wie gewünscht im Verzeichnis threemaBackup auf der ownCloud erscheinen.

Leider ist der Link in dieser Form nicht für Threema geeignet, da man dort das Passwort nicht interaktiv eingeben kann.

Dieser Link kann in die folgende Form umgeschrieben werden:

https://uFvHQ4GVjuUv5xd:foobar4711@myowncloudserver.net/public.php/webdav

Damit ist er verwendbar in Threema. Es wird der public-Link-Identifier uFvHQ4GVjuUv5xd als Username verwendet und das Passwort, das für den Link verwendet wurde, folgt dem Namen nach einem Doppelpunkt, beides vor dem ‚@servername‘. Wichtig ist noch, dass nach der Domain anstatt des vorherigen index.php der Zugriff über public.php/webdav in das gesharte Verzeichnis erfolgt.

Threema Konfiguration

Der Link (natürlich aus eigener ID, Passwort und Domain zusammengesetzt) wird in die Threema-Konfigurationsmaske eingetragen. Die erreicht man in Threema im Menüpunkt<i>Meine Backups</i>. Dort wird rechts oben Threema Safe eingeschaltet, worauf das Passwort, mit dem die Backups verschlüsselt werden, eingegeben werden muss. Dieses Passwort darf nicht mit dem, das oben besprochen wurde, verwechselt werden. Jedoch muss es gut gemerkt werden, um das Backup später wieder entschlüsseln zu können.

Jetzt muss auf Experten-Einstellungen geklickt werden, um den Threema-Standardserver abzuwählen und den eigenen ownCloud Server anzugeben.

Mit dem Server Testen Button kann geprüft werden, ob alles funktioniert. Wenn ja, wird Threema von nun an die Backups auf die eigene Cloud speichern. Man kann die Backup Files auf der ownCloud im gesharten Verzeichnis sehen.

Wenn es Schwierigkeiten gibt, liegt es bestimmt nur an einem Schreibfehler in der URL, die Eingabe von der Share-ID und einem sicheren Passwort ist zugegebenerweise etwas mühsam auf der Handytastatur.

Viel Erfolg!

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